Wie schnell es geht
Ich bin 47. Hinter mir liegen eine Knie-OP nach der Corona-Zeit, eine Schulter-OP, ein Nabelbruch — und zwischendrin immer wieder Unterbrechungen durch Familie und Beruf. Ich kenne Rückschläge. Aber dieser hier war anders, weil er nicht vom Körper kam, sondern vom Kopf.
Letztes Jahr hatte ich 260W FTP. Das ist kein Profi-Wert, aber für jemanden der abends nach der Arbeit in den Keller geht wenn die Kinder schlafen — ein ehrlicher Wert, strukturiert erarbeitet. Dann kam das Projekt.
Das Projekt
Ein Riesenprojekt — beruflich. Die Art bei der man abends nicht abschalten kann, nachts schlechter schläft und morgens schon wieder mit dem Laptop anfängt. Vier Monate. Das Training blieb zuerst unregelmäßig, dann ganz aus.
Dazu schlechte Ernährung — nicht dramatisch, aber auch nicht mehr strukturiert. Mehr Kaffee als nötig, weniger Protein als sinnvoll, keine Routine. Der Körper hat das quittiert.
Warum Wiederaufbau schwerer ist als Aufbau
Wer noch nie bei 260W war, dem fehlt der Vergleich. Ich weiß wie es sich anfühlt — und 203W fühlen sich entsprechend schwer an. Nicht körperlich, sondern mental. Man kennt das Ziel, man weiß wie weit man davon entfernt ist.
Gleichzeitig: Muskelgedächtnis ist real. Der Körper war schon dort. Das macht den Weg zurück realistischer als den ersten Aufbau — wenn man es ruhig angeht und nicht versucht die vier Monate in vier Wochen aufzuholen.
Die KI-Erkennung
TrainerRoad hat eine KI-basierte Leistungserkennung die aus den letzten Einheiten den aktuellen FTP schätzt — ohne einen exhausting Maximaltest. Kein 20-Minuten-Vollgas, kein Ramp Test bis zum Umfallen. Der Algorithmus liest die Trainingsdaten und gibt einen Wert aus.
Morgen ist es soweit. Ich bin gespannt was die KI sagt — und ob 203W der Boden war oder ob da noch etwas wartet.
Und die Prognose für die nächsten 28 Tage: 233W. Das wären noch 27 Watt bis zu meinem alten Niveau. Realistisch? Ambitioniert. Aber das Muskelgedächtnis ist anscheinend noch da — ich muss ihm nur Zeit geben.
Mittlerweile sehe ich die Dinge entspannter
Das ist vielleicht das Wichtigste was ich in den letzten Monaten gelernt habe. Nicht die Wattzahlen — sondern dass Training keine Pflicht ist die man sich selbst auferlegt, sondern die einzige Zeit am Tag die komplett mir gehört. Keine Kinder, keine Arbeit, kein Telefon.
47 Jahre, Familie, Beruf, drei Ops im Rückspiegel. Wenn ich abends in den Keller gehe und 45 Minuten fahre während alle schlafen — das ist kein Versagen weil es keine drei Stunden sind. Das ist Konsequenz. Und das reicht.
Ich werde berichten. Nächster Artikel: Was die KI erkannt hat — und wie die ersten Wochen strukturiertes Training nach der Pause sich wirklich anfühlen.